de:passport:csernobil_arnyeka
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| + | ====== Der Schatten von Tschernobyl: | ||
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| + | Vier Jahrzehnte sind vergangen, seit am 26. April 1986 der vierte Reaktorblock des Kernkraftwerks Tschernobyl explodierte und damit den schwersten zivilen Atomunfall der Geschichte auslöste. Auch wenn die physischen Trümmer schon lange von einem gigantischen Stahlsarkophag bedeckt sind, begleitet uns das unsichtbare Erbe der Katastrophe bis heute. Radioaktive Isotope wie // | ||
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| + | Der // | ||
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| + | ==== Die radioaktiven bayerischen Wildschweine ==== | ||
| + | In den südlichen Teilen Bayerns, insbesondere am Fuße der Alpen und im Bayerischen Wald, lässt sich bis heute eine radioaktive Kontamination bei bestimmten Pilzarten und bei Wildschweinen nachweisen. Die Kontamination ist in erster Linie auf **Cäsium-137** verursacht, das durch die Niederschläge nach der Katastrophe von Tschernobyl 1986 in den Boden gelangte. | ||
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| + | Bayern und Österreich waren 1986 von einem weitaus stärkeren radioaktiven Niederschlag betroffen als Ungarn, da ein Großteil der kontaminierten Wolken von den Alpen aufgehalten wurde und dort durch die Regenfälle eine weitaus größere Menge an radioaktivem Material in den Boden gespült wurde. | ||
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| + | Bestimmte Pilze, wie zum Beispiel der braune Stacheltrüffel und der gelbe Kammtrüffel, | ||
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| + | In Deutschland gelten strenge Vorschriften für den Vertrieb von Wildfleisch; | ||
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| + | In Bayern lassen Jäger Fleischproben (in der Regel 500 Gramm reines Muskelgewebe) der erlegten Tiere an speziellen Messstationen untersuchen. Derzeit sind in der Region mehr als 70 solcher Stationen in Betrieb, die vom **Bayerischer Jagdverband** (// | ||
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| + | ==== Das Erbgut der Tiere in der Umgebung von Tschernobyl hat sich verändert ==== | ||
| + | Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, | ||
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| + | Die in der Zone lebenden **östlichen Laubfrösche** hat sich die Farbe deutlich verändert: Außerhalb des Gebiets sind sie leuchtend grün, während sie in der Nähe des Reaktors viel dunkler, oft sogar ganz schwarz sind. Forschungsergebnissen zufolge schützt der hohe Melaningehalt (der die dunkle Färbung bewirkt) die DNA der Tiere vor der Strahlung. Die Frösche, die dunkler waren, blieben am Leben und pflanzten sich fort, sodass diese Farbe innerhalb weniger Generationen zur vorherrschenden wurde. | ||
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| + | Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigte, dass die in der Zone lebenden **grauen Wölfen** in der Zone verändert hat und dem von Krebspatienten unter Strahlentherapie ähnelt. Sie sind genetisch widerstandsfähiger gegen Krebserkrankungen geworden, was in Zukunft auch bei der Behandlung von Krebs beim Menschen helfen könnte. | ||
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| + | Die **streunenden Hunde** unterscheiden sich heute deutlich von denen an jedem anderen Ort der Welt. Obwohl diese Tiere Nachkommen der zum Zeitpunkt des Unfalls zurückgelassenen Haustiere sind, hat sich aufgrund der anhaltenden Strahlung und der Isolation eine genetisch völlig einzigartige Population gebildet. In der Natur erreichen Tiere, die mit schweren äußeren Mutationen geboren werden (zum Beispiel mit zwei Köpfen oder missgebildeten Gliedmaßen), | ||
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| + | DNA-Untersuchungen haben gezeigt, dass sich das Erbgut der Hunde so verändert hat, dass ihr Immunsystem und ihre Zellteilung widerstandsfähiger gegen strahlenbedingte Krebserkrankungen geworden sind. Ähnlich wie bei den zuvor erwähnten Fröschen vermuten einige Forscher, dass ein dunkleres Fell einen Vorteil beim Strahlenschutz bieten könnte, obwohl dies bei Hunden noch nicht so eindeutig nachgewiesen werden konnte wie bei Amphibien. | ||
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| + | Die Veränderungen sind nicht bei allen Arten positiv. Bei vielen **Vogelarten** (zum Beispiel bei den Rauchschwalben) wurden ein kleineres Gehirn, häufigere Tumoren und eine Verfärbung des Gefieders (// | ||
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| + | ==== Die Erfolgsgeschichte des „Roten Waldes“ und der Przewalski-Pferde ==== | ||
| + | Obwohl sich der unmittelbar angrenzende Kiefernwald nach der Explosion durch die Strahlung rot verfärbte und absterbte, ist dieses Gebiet heute die Heimat einer der seltensten Pferderassen der Welt, des **Przewalski-Pferds**. Die Population der wenigen 1998 freigelassenen Tiere hat sich seitdem versiebenfacht, | ||
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| + | Das Przewalski-Pferd ist die einzige // | ||
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| + | Den Forschern zufolge ist der Gesundheitszustand der Pferde überraschend gut. Sie weisen keine sichtbaren Tumore oder Missbildungen auf. Der Grund dafür ist, dass in freier Wildbahn kranke oder schwache Tiere schnell von Wölfen aussortiert werden, sodass nur die gesunden, widerstandsfähigen Tiere in den Herden verbleiben und die // | ||
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| + | Insgesamt beweist der Fall der Przewalski-Pferde, | ||
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| + | ==== Radiotropher Pilz ==== | ||
| + | Die in den Trümmern des Reaktors von Tschernobyl entdeckten Organismen überleben nicht nur die tödliche Strahlung, sondern einige ihrer Arten sind sogar dazu in der Lage, diese als Energiequelle zu nutzen. Diese **radotrophe Pilze**(// | ||
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| + | Erstmals wurde 1991 festgestellt, | ||
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| + | Die NASA und andere Weltraumagenturen untersuchen diese Arten intensiv. Da die Schichten des Pilzes die Strahlung absorbieren, | ||
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| + | Die Forscher schickten im Jahr 2020 eine dieser Pilzarten, den **Cladosporium sphaerospermum** , zur **Internationale Raumstation**(// | ||
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| + | Für das Experiment wurde eine Petrischale verwendet, deren eine Hälfte mit dem Pilz besiedelt wurde, während die andere Hälfte leer blieb. Unter die Schale wurden Strahlungsmessgeräte (Geigerzähler) platziert, um die Menge der durchgelassenen Strahlung zu vergleichen. Eine nur 2 Millimeter dicke Pilzschicht war in der Lage, etwa 2 % der kosmischen Strahlung zu absorbieren. Das mag auf den ersten Blick wenig erscheinen, doch die Forscher berechneten, | ||
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| + | Der größte Vorteil des Pilzes gegenüber herkömmlichen Materialien (wie beispielsweise Blei oder Aluminium) besteht darin, dass er lebt und sich vermehrt. Wenn der Schutzschild beschädigt wird oder mehr Schutz benötigt wird, muss der Pilz lediglich // | ||
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| + | Langfristig ist geplant, die in die Wände der Marsbasen eingebauten Hohlräume mit diesem Pilz zu füllen, sodass die Siedler keine tonnenschweren Strahlenschutzschilde von der Erde transportieren müssten; es würde ausreichen, eine kleine Probe mitzunehmen und den Pilz vor Ort //den Schutz „heranzuzüchten“// | ||
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| + | ==== Quellen ==== | ||
| + | GRS.de: [[https:// | ||
| + | Bundesamt für Strahlenschutz: | ||
| + | Science.org: | ||
| + | Landkreis Lichtenfels: | ||
| + | ScienceDirekt.com: | ||
| + | science.org: | ||
| + | BBC: [[https:// | ||
| + | Wikipedia: [[https:// | ||
| + | Researchgate.net: | ||
| + | curiousclinicians.com: | ||
| + | techeblog.com: | ||
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